Ari Rath besucht die 4.b

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Zeitzeuge Ari Rath besucht Sport-NMS Linz

Im November 1938, acht Monate nach dem Einmarsch der deutschen Truppen unter Adolf Hitlers Kommando, war Ari Rath 13 Jahre und zehn Monate alt, also ungefähr so alt wie die SchülerInnen der Sport-NMS Linz-Kleinmünchen, denen er am Mittwoch, den 27. 2. 13, aus seinem Leben erzählte. Mit dem „Anschluss“ Österreichs ans deutsche Reich im März 1938 waren die 195.000 in Österreich lebenden Juden plötzlich vogelfrei. Aris Vater musste seinen gutgehenden Papiergroßhandel einem Günstling der Nationalsozialisten überlassen. Im Mai 1938 wurde Vater Rath des Nachts aus der Wohnung im 9. Wiener Gemeindebezirk abgeholt und zunächst ins Konzentrationslager Dachau, später nach Buchenwald gebracht, wo er sich „freikaufen“ konnte. D. h. er durfte in die USA ausreisen, weil er auf sein gesamtes Eigentum verzichtete.
Ari und sein drei Jahre älterer Bruder entschieden sich, ihre Freunde, ihre Stiefmutter und die gewohnte Umgebung zu verlassen. Über Triest brachen die beiden Minderjährigen auf in eine ungewisse Zukunft in Palästina, damals britisches Mandatsgebiet.
Der 88-Jährige erzählte den Schülern von seinem Schatz, dem Steyr Waffenrad, das er zur Bar-Mizwa, der jüdischen Firmung, bekommen hatte und das sein Nachbar, ein glühender Hitlerjunge, vorübergehend beschlagnahmt hatte, dass als er als Neuankömmling im Jugendheim tagelang mit Eimern die Jauchegruben entleeren musste und vom Kühemelken und Ausmisten im Kibbuz.
Dass Ari Rath 31 Jahre lang Chefredakteur bzw. Herausgeber der englischsprachigen „Jerusalem Post“ war, kam nicht mehr zur Sprache (Wögerer Marianne).

Ari Rath_2SchülerInnen-Meinungen:
Ich finde, dass es ein sehr interessanter und informativer Vortrag war, denn obwohl der 88 Jahre alte Ari Rath in seiner Kindheit geflohen ist, beschimpft und betrogen wurde und einen schweren Verlust einstecken musste, konnte er sich noch an alles von früher genau erinnern (Marcel B. , 4b).
Ich fand die Veranstaltung sehr interessant. Was mich am meisten erstaunte, ist, dass er noch alles genau wusste: An welchem Tag er wo war, was er machte…. Mir kommt es fast vor, als hätte ich das Buch (Anmerkung: „Ari heißt Löwe“, Zsolnay Verlag) gelesen (Mentor, 4b).
Teilweise war es interessant, aber er hat echt viel geredet. […] Obwohl ich nicht aus Österreich komme, hat es mich interessiert(Kristina, 4b).

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